Vita

Johanna Bajohr, geboren 1993 in Köln, studierte Bühnen- und Kostümbild an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Zuvor machte sie viele Assistenzen, zum Beispiel am Grillo-Theater Essen sowie am Schauspiel und der Oper Bonn.

Schon während des Studiums beschäftigte sie sich mit neuen Formen von Theater, Installation und digitalen Arbeiten. Ihre Arbeiten behandeln politische und gesellschaftliche Themen aus einer feministischen Sicht. Dabei geht es oft um den politischen Aspekt von Körper und Raum. Ein großer Antrieb der künstlerischen Praxis ist auch, wie Theater, Aktivismus, Raum und Digitalität zusammenhängen.

Ihre Abschlussarbeit untersuchte Machtmissbrauch an Theatern im deutschsprachigen Raum. Daraus entwickelte sie einen Leitfaden und einen künstlerischen Ausdruck für ihre eigene künstlerische Praxis in solchen Strukturen.

Nach dem Studium arbeitet sie als Bühnen- und Kostümbildnerin und auch mit digitalen Mitteln. Sie arbeitet unter anderem am Schauspielhaus Zürich, am Volkstheater München, am Jungen Theater Basel, an der Badischen Landesbühne und an der Vaganten Bühne Berlin. Besonders oft arbeitet sie mit der Regieperson Suna Gürler zusammen. Außerdem arbeitete sie mit Kathrin Mayr, Bettina Rehm, Zora Maag und Nicolas Stemann .

Am Schauspielhaus Zürich gestaltete sie zuletzt den Jugendclub Leon C., ein geiles Leben!?. Dort geht es um das Leben junger Menschen. Das Projekt zeigt persönliche Geschichten auf der Bühne und beschäftigt sich mit Identität, Selbstbild und sozialem Druck. Langeweile als Aktivismus.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist Unboxing von Suna Gürler. Dafür wurden Interviews geführt und recherchiert. Es geht um Lebensrealitäten, Zuschreibungen und Identität. Wichtig ist das Zusammenspiel von Kostüm, Körper und Wohlbefinden. Die Kostüme entstehen im direkten Austausch mit den Spieler:innen. Sie sollen gut tragbar sein und sich gut anfühlen. Unboxing ist ein Raum zwischen Alltag und Bühne. Es verbindet persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Strukturen. Kostüm ist dort nicht nur Kleidung, sondern Teil von Geschichte, Identität und Transformation.

Außerdem arbeitete sie am Schauspielhaus Zürich an der digitalen Gestaltung von Riesenhaft in Mittelerde™. Das ist eine große Installation nach Der Herr der Ringe. Das Projekt wurde 2024 zum Theatertreffen eingeladen und zeigt Gemeinschaft als Erlebnis.

Seit 2025/2026 arbeitet sie gelegentlich in der Kostümbearbeitung am Schauspielhaus Zürich. Dort beschäftigt sie sich unteranderem mit Patinieren, Färben, Altern, Kostümmalerei und der Umsetzung von AUSLADENDEN Kostümideen im Theaterbetrieb.